Aus der Wunderwelt der Bienen und Imker   Gifs, Cliparts, Bilder 


Wenn man im Frühjahr und im Sommer durch die Landschaft fährt, kann man sie manchmal bei der Arbeit beobachten. Es drängt sich zuerst der Gedanke an außerirdische Lebewesen in Raumanzügen auf, doch schnell erkennt man, daß es Imker sind, die Ihrem Hobby nachgehen...

Ein alter Spruch lautet:

        " Willst Du Gottes Wunder seh'n, Gifs, Cliparts, Bilder

musst Du zu den Bienen geh'n."

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Die Welt der Honigbienen (Apis mellifica carnica) hatte schon immer eine besondere Anziehungskraft auf die Menschen. Wer kennt nicht ihr angenehmes Summen an warmen sonnigen Tagen. Wie jedes mehrzelliges Lebewesen entsteht auch die Biene aus einem Ei. Über eine schnelle Zellteilung unterscheiden wir vier Entwicklungsstadien: Ei - Larve (Made) - Puppe - Imago (fertiges Insekt).

Als Einzellebewesen sind Honigbienen nicht lebensfähig: nur als Volk. Sie sind staatenbildend: die Biene lebt sozial.

Warum ist gerade die Honigbiene für unsere Umwelt so wertvoll? Bienen sind blütenstetig, sie übertragen vor allem den Pollen arteigener Pflanzen. Bei ihrem Sammelflügen bestäuben sie Blüten, das bringt mehr und bessere Früchte. Gäbe es keine Bienen, wie arm wäre unsere Natur. Nicht nur der gesunde, wohlschmeckende, naturbelassende Honig würde fehlen. Eine viel größere Bedeutung hat das Volk der Bienen für die Bestäubung der insektenblütigen Pflanzen, 80 % der Obstbäume und ein Großteil unserer Blumen verdanken ihr Wachsen, ihre Vermehrung und ihre Erhaltung der emsigen Tätigkeit der Bienen.

In einem Bienenvolk unterscheiden wir drei Bienenwesen: eine einzige Königin (auch Weisel oder Stockmutter genannt) - zehntausende von Arbeitsbienen - und während der Sommermonate einige hundert Drohnen (Männliche Bienen).




Königin                 Drohne           Arbeiterin


Jedes Volk hat nur eine Königin. Sie wächst innerhalb von 16 Tagen durch besonders gute Fütterung (Gelee-royal) in einer zapfenförmigen Königin- oder Weiselzelle heran. In der Hochsaison (Mai - Juni) legt sie bis zu 2 000 Eier pro Tag (entspricht dem Mehrfachen ihres Körpergewichts). Man erkennt sie am langen, schlanken Hinterleib. Ihre Lebensdauer beträgt etwa vier bis sechs Jahre. Der Imker wechselt sie alle zwei bis drei Jahre wegen des Erhalts der Leistungsfähigkeit und Vitalität des Volkes aus. Die Königin ist das einzige fortpflanzungsfähige Weibchen im Volk und erfüllt auch nur diese Aufgabe. Sie sorgt für den Zusammenhalt des Bienenvolkes durch Absondern eines Duftstoffes(Pheromone).

Drohnen sind ausgewachsene Männchen. Ihre Anzahl im Bienenvolk beträgt 500 bis 1 000 Stück. Sie leben nur im Sommer während der Trachtzeit von Mai bis August. Dann werden sie von den Arbeiterinnen vertrieben (Drohnenschlacht). Die Entwicklungsdauer aus unbefruchteten Eiern beträgt 23 bis 24 Tage. Drohnen haben einen gedrungenen Hinterleib. Ihre Aufgabe ist neben der Stimulation des Volkes die Paarung mit der Jungkönigin.

Arbeiterinnen (ihre Eierstöcke sind nur kümmerlich entwickelt) sind in der Überzahl. Ein gutes Volk hat im Sommer 50 000 bis 70 000 Arbeiterinnen: im Winter etwa 10 000 bis 15 000 Stück. Ihre Lebensdauer beträgt im Winter etwa sechs bis sieben Monate, im Sommer etwa 35 bis 42 Tage. Die Entwicklungsdauer beträgt 21 Tage. Bei den Arbeiterinnen sind Flügel und Hinterleib etwa gleichlang. Ihr Leben teilt sich in zwei Abschnitte: drei Wochen Innendienst(Stockbienen) und der Rest Außendienst(Sammelbienen).

Der Entwicklungskalender der drei Bienenwesen

Arbeiterin und Königin entstehen aus befruchteten Eiern, der Drohn entsteht aus einem unbefruchteten Ei. Die Königin kann bei der Eiablage die Spermienzufuhr steuern, so dass befruchtete und unbefruchtete Eier abgegeben werden können.





Der Lebensweg der Arbeitsbiene    Gifs, Cliparts, Bilder

Sämtliche Arbeiten im Bienenvolk werden von der Masse der Arbeitsbienen geleistet, wobei in ungefährer Abhängigkeit vom Alter spezifische Arbeitsstadien zu beobachten sind. Jedoch ist diese Arbeitseinteilung keineswegs starr an ein bestimmtes Alter gebunden. So verrichtet sie etwa in den ersten 20 Tagen Innenarbeiten wie Wabenzellen putzen, Brut pflegen und füttern, Pollen und Nektar von den Sammelbienen entgegennehmen. Nach Entwicklung der Wachsdrüsen, sie befinden sich im Hinterleib unter den Bauchschuppen, produziert sie Wachs und baut Waben. Ab dem 20. Lebenstag bilden sich die Wachsdrüsen zurück und sie beginnt mit den Außenarbeiten, sie wird zur Sammelbiene. Ihre Aufgabe besteht jetzt darin, Nektar, Pollen, Wasser oder Kittharz zu sammeln. Der Nektar wird an die Stockbienen zur Weiterverarbeitung abgegeben. Diese lagern mehrfach den Nektar um, trocknen und fügen dem Honig körpereigene Stoffe zu, indem sie den Honig von Biene zu Biene weiterreichen. Nach diesem Reifungsprozess wird die Wabenzelle mit einem Wachsdeckel verschlossen. Der Honig kann ab diesem Moment geerntet (geschleudert) werden. Das Grundprinzip der Arbeitseinteilung bleibt immer bestehen, ist aber in hohem Maße wandlungsfähig, wenn die Situation es erfordert. Bei Mangelerscheinung von Bienen, Pollen, Nektar oder Wabenbau kann die Arbeitsbiene plötzlich wieder alle anderen Arbeiten aufnehmen, auch wenn sie nicht ihrem Alter entspricht. Vom ausgeprägten Fleiß und von allem Sammeleifer ist sie müde geworden und stirbt auf dem Feld.

Power aus dem Bienenstock . Honig ist mehr 

Alles was die Biene braucht, sammelt sie selbst. Sie beläßt das Sammelgut nicht in seiner natürlichen Form, sondern reichert die Rohstoffe an, spaltet sie auf, vermischt sie und bildet neue Produkte. Der Bienenstock (Beute) ist Speicher, Labor und Brutstätte in einem.

Honig ist reich an Kohlehydraten, Enzymen, antibakterielle Stoffen (Inhibine), Magnesium, Phosphor, Jod, Vitaminen, Aromastoffen und weiteren natürlichen Substanzen.

Die Biene hat insektenübliche Facettenaugen und an der Stirn drei kleine Punktaugen. Sie unterscheidet hell und dunkel. Die Stärke des Sehens liegt in der Bewegung (deshalb nicht nach Bienen schlagen, schnelle Bewegungen nimmt sie sofort wahr). Bienen sehen Farben, aber anders als wir. Eine Zeitlang hielt man sie für farbenblind. Am Kopf hat die Biene Antennen und Fühler. Sie beherbergen den Tast- und Geruchssinn und den Sinn für Wärme und Feuchtigkeit. Wichtige Teile der Mundwerkzeuge sind die Hände der Biene, die zangenförmigen Vorderkiefer oder Mandibeln.

Zu den Kopfdrüsen gehören die Kiefer- und die Futtersaftdrüsen. Kieferdrüsen sind wichtig bei der Königin, weil sie die Königinnensubstanz absondern. Solange genug Könniginnensubstanz (Pheromone) vorhanden, ist die Harmonie des Volkes in Ordnung. Wird sie knapp, kommt Schwarmstimmung auf.

Die Duftdrüsen befinden sich am Hinterleib. Der Duft ist bei allen Bienen gleich, der Stockgeruch verschieden. Die Biene ist ein wechselwarmes Tier. Als Einzelbiene kann sie ihre Temperatur nur ganz wenig über die Außentemperatur halten. Bei +8 Grad Celsius erstarrt sie. Das Volk dagegen regelt die Wärme im Brutnest sehr genau auf 35 Grad Celsius (eigene Klimaanlage). Im Winter wird die Wärme durch Zusammenrücken geregelt. Bei höheren Außentemperaturen erniedrigen sie die Temperatur durch Fächeln und Ventilieren. Auch der Flugapparat ist äußerst bemerkenswert. Er besteht aus vier Flügeln, den Vorder- und Hinterflügeln. Sie können sich mit einem raffinierten Hakenmechanismus verbinden (verklinken).

Bienen haben drei Beinpaare. An den Hinterbeinen der Arbeitsbienen befinden sich die Körbchen; eine muldenförmige Vertiefung zum Sammeln von Pollen. Die Honigblase stellt ein ganz entscheidendes Organ dar. In ihm wird der dünnflüssige Nektar durch Entziehen von Wasser eingedickt.

Bevor die Jungbiene den Stock verlässt, orientiert sie sich. Sie spielt vor. Alle Jungbienen drängen sich an warmen Tagen nach draußen. Nicht mit dem Kopf zuerst, sondern rückwärts. Sie schweifen hin und her in immer größeren Abständen und prägen sich dabei den Stockstand und die nähere Umgebung ein. Der Blick der Biene geht schräg abwärts, deshalb sind farbige Orientierungshilfen immer unten an dem Bienenstock anzubringen.

Beim Trachtflug in größerer Entfernung orientiert sie sich an Merkmalen im Gelände (Blumen, Gebäuden, Wasserläufen, Kirchtürmen usw.). Die Biene merkt sich den Stand der Sonne. Außer dem äußeren Kompass hat sie auch einen inneren Kompass. Er zeigt an, wie weit in bestimmter Zeit die Sonne weitergewandert ist. Ist die Sonne verdeckt hinter einer Wolke, dient ein Stück blauer Himmel als Richtpunkt.

Viele Pflanzen geben nicht den ganzen Tag Nektar ab, sondern nur zu bestimmten Zeiten. So hat die Biene sich eine "Blumenuhr" zusammengestellt und weiß, welche Pflanzen zu welcher Zeit honigen. Es wird keine nutzlose Zeit mit Herumsuchen zu unrechter Zeit vertan.